September 2018: 150 kunterbunte Radfahrende

Am Freitag trafen sich rund 150 Radfahrende, um die letzten Sonnenstrahlen eines schönen, spätsommerlichen Freitages zu einer gemeinsamen Radtour zu nutzen. Denn das Wetter zeigte sich nach den letzten, etwas kühleren Tagen, sehr wohlgesonnen. Mit dabei waren etwa 25 Gäste aus Wuppertal, die die Anreise in die Landeshauptstadt auf eigenen Rädern nicht gescheut hatten.

Bevor es losging, gab es eine Begrüßung der besonderen Art. Denn die Critical Mass sollte durch die Polzei begleitet werden. Dazu gab es ein paar begrüßende und erläuternde Worte des Einsatzleiters. Er schilderte seine Sicht der Dinge und den weiteren Ablauf der Polizeibegleitung. Die Critical Mass wird aus Sicht der Polizei als Versammlung betrachtet und auch so gehandhabt. In diesem Fall jedoch als Veranstaltung ohne Veranstalter, was für die Polizei, wie er deutlich betonte, eine durchaus ungewöhnliche Situation sei. Die Polizei ist verpflichtet, Versammlungen zu schützen und deren Durchführung grundsätzlich zu ermöglichen. Und darum sollte es nun bei der Polizeibegleitung gehen. Dazu standen eine handvoll Fahrrad- und Motorradpolizist*innen und ein Streifenwagen bereit, die die Mass an Einmündungen gegen hereinpreschende Autos schützen sollten (so nennt man Corken also im Polizei-Jargon). Außerdem fuhren zwei Verwaltungsangestellte der Stadt mit, um sich ein eigenes Bild der Lage zu machen.

Kurz nach 19 Uhr setzte sich die Mass in Bewegung. Es ist immer wieder schön zu sehen, die kunterbunt die Masse doch so ist. Da radeln Kinder mit ihren Eltern und Großeltern, der Punk neben dem Banker, Fahrräder vom Faltrad bis zum Fatbike, Carbon-Renner und Lastenrad mit Musik und Seifenblasenmaschine (yeah!). Wir zeigen den Spaß am Radfahren! Vorbei an der Aggression des verstopften Stadtverkehrs.

Und so fuhr die CM ruhig und entspannt kreuz und quer durch die Düsseldorfer Innenstadt. Auch die Polizei scheint nun auf Kommunikation und Deeskalation zu setzen. Sollte dies auch in den nächsten Monaten so bleiben und das Versprechen des Einsatzleiters, zukünftig möglichst nur Fahrradpolizisten einzusetzen, eingehalten werden, wäre das sehr zu begrüßen.

Die 3. Neusser Critical Mass – 30 Teilnehmer rollen 15 km durch und um Neuss und machen an bösen Stellen Halt

Das Feld ist leider kleiner geworden – dies mag den Temperaturen und den Ferien geschuldet sein, es bestätigt aber den Trend des Vormonates …

Es ging über die Michaelstraße, Friedrichstraße, Jülicher Landstraße, über den Konrad-Adenauer-Ring und Berliner Platz, Römerstraße durch Weißenberg, über die Gladbacher Straße zur Furth, von da zum Bahnhof, am Hafenbecken1 vorbei, über die Hammer Landstraße am Okie Dokie vorbei, um dann über die Stresemannstraße, am Epanchoir vorbei über die Schillerstraße, Deutschestraße und Drususallee wieder am Hamtorplatz anzukommen.

Zu Beginn der Fahrt machten wir auch an mehreren Stellen Halt, an denen entweder Radfahrer überfahren wurden oder die Verkehrsführung für Radfahrer sehr gefährlich ist.

Bei der letzten Neusser Critical Mass regte ein Teilnehmer an doch einmal am Friedrich-Ebert-Platz zu halten. Das haben wir diesmal gemacht, ich habe auf die zu schmalen Radspuren hingewiesen und darauf, dass es an dieser Stelle immer wieder Unfälle, Konfrontationen, aktuell in der letzten Woche auch ein umgefahrenes Kleinkraftrad einschließlich Fahrerflucht gibt. Das war um ca. 19:00 Uhr. Zwischen 21 und 22 Uhr hat es an exakt der selben Stelle einen Unfall unter Beteiligung eines Busses gegeben. Heute, 3 Tage später, gab es dort eine gefährliche Situation zwischen einer Autofahrerin und einer Radfahrerin, die zum Erscheinen einer Motorradstreife, Personalienfeststellung und Anzeige führte.

Vor und nach der Critical Mass wurden noch einmal die Widersprüche zwischen den facebook-Informationen und denen im Düsseldorfer Blog deutlich. Bei facebook ist als Startzeit immer noch 18 Uhr vermerkt. Bei der letzten Critical Mass im Juni, hatten wir vereinbart 18:30, um auch Gästen von Auswärts die Teilnahme leicht zu machen. Diese Information hat aber keinen Weg zu der facebook-Seite gefunden, es ist auch niemanden bekannt wer für die facebook-Seite verantwortlich ist.

Bei dieser Critical Mass ging die Meinung einer nicht repräsentativen Mehrheit dahin, erst um 19:00 Uhr zu starten – weshalb wir den offiziellen Starttermin auf 18:30 setzen, um dann nicht viel später als 19 Uhr zu starten. Ich bitte darum diesen Sachverhalt auch bei facebook zu erwähnen!

Wenn der Trend sich fortsetzt, wird die Neusser Critical Mass spätestens mit dem ersten Herbstregen den Mühlenbach hinuntergehen, weshalb wir vielleicht unabhängig von der Neusser Critical Mass, einen Zubringer zur Mönchengladbacher, Düsseldorfer, Kölner oder Wuppertaler Critical Mass organisieren sollten.

Aus diesen Strukturen könnte sich dann auch im nächsten April wieder eine Neusser Critical Mass organisieren – die Neusser Critical Mass gibt es dann eben nur im Sommer – auch gut.

Die nächste Neusser Critical Mass, mit dann 20 oder 50 Teilnehmern ist am 17.8. um 18 Uhr 30 am Hamtorplatz, bitte weitersagen …

-JF-

Juli 2018: Ein Prosit auf das polizeilich verordnete Chaos

Bei feinstem Feine-Sahne-Fischfilet-Ferienwetter fanden sich über 150 Radfahrende am Fürstenplatz ein – die erste Zählung direkt nach dem Start ergab 152 Radfahrende, eine spätere fast 200.

Die Strecke führte diesmal nicht sehr weit – in den 15,3 km ging es, nicht nur der guten Luft wegen, mehrfach über und um die Corneliusstraße, über die Kö, um die Fahrradzählstelle am K.I.T. und dann wieder zurück zum Fürstenplatz, wo, genau wie im letzten Jahr, der ADFC mit einem Fässchen Altbier aufwartete und der Abend ausklang.

Ein großer Dank gilt allen Angereisten und Neuteilnehmern für die tolle Unterstützung, entschuldigen müssen wir uns aber für die Düsseldorfer Polizei. Es ist einfach so, dass viele der jeweils neu in Düsseldorf tätigen Polizisten noch nie etwas von der Critical Mass oder dem §27 StVO gehört haben. Diese neu in der Großstadt tätigen Polizisten wollen sich natürlich keine Fehler unterlaufen lassen und sind deshalb ein bisschen sehr eifrig. Der Vorwurf geht hier an deren Vorgesetzte, die ihre Untergebenen einfach etwas besser informieren müssen, auch wenn die annähernd 15minütige Beschallung mit Martinshorn etwas von kindlicher Trotzreaktion hatte …

Jupp Flassbeck hat deshalb einen offenen Brief an die Polizei geschrieben. Der gesamte Brief ist unter diesem Link im Blog veröffentlicht.

[…] Die Critical Mass wurde am Freitag den 13.7.2018 am Ende der Corneliusstraße von einer zufällig vorbeifahrenden Streife blockiert und die beteiligten Beamten guckten sich zwei vermeintliche Verantwortliche aus, deren Personalien sie dann aufnahmen. Der Vorfall ähnelt dem, von vor etwas mehr als einem Jahr, bei dem ebenfalls eine Streife am Worringer Platz versuchte, der Critical Mass die Weiterfahrt zu untersagen.

In beiden Fällen handelte es sich zum Teil um sehr junge Beamte, immer aber um Beamte die offenbar neu in Düsseldorf waren, noch nie von der Critical Mass gehört hatten und auch den §27 StVO nicht kannten. In beiden Fällen hatte ich den Eindruck, dass die jeweiligen Beamten, nach einer Rücksprache mit den zuständigen Fachgebietsleitern, die Freitagsabends schon im Feierabend sind, nach jeweils ca. 30 Minuten zurück gepfiffen wurden.

Die Frustration stand den Beamten von vor einem Jahr sichtbar ins Gesicht geschrieben. An dieser Stelle geht dann mein Vorwurf nicht so sehr an die beteiligten Beamten, sondern an deren Vorgesetzte, welche ihre Leute offenbar nicht ausreichend vorbereitet in die Freitagnacht schicken.

Der Widerspruch zwischen dem vermeintlichen Auftrag Ihrer Kollegen vor Ort und unserer, sich aus der Kenntnis der rechlichen Grundlagen und der offiziellen Politik der Stadt Düsseldorf ergebenden Einstellung gegenüber den Beamten vor Ort, hat dann dazu geführt, dass wir über mehr als 10 Minuten lang, recht unsouverän mit Martinshorn und Blaulicht begleitet wurden, auch wenn gar keine Notwendigkeit für eine Fahrt mit Sonderrechten gegeben war und selbst in dem Polizeifahrzeug sich eine Beamtin die Ohren zuhielt. Das Martinshorn hat die Kommunikation der Teilnehmer untereinander gestört und viele waren auch irritiert, weil wir es gewohnt sind, auf von hinten kommende Rettungs- und Einsatzfahrzeuge zu achten. […]

Vor der Critical Mass gab es noch die Gelegenheit, für die NRW-Volksinitiative Aufbruch Fahrrad zu unterschreiben. Auf der Website von Aufbruch Fahrrad findet ihr weitere Informationen und den Unterschriftenbogen. Eine Liste mit Sammelstellen, an denen ihr direkt Unterschreiben oder eure Bögen abgeben könnt, gibt es hier. Es werden auch noch Unterschriftensammler und Helfer gesucht. Meldet euch unter „Im Team Sein“ auf der Website von Aufbruch Fahrrad!

Noch ein Hinweis auf zwei Critical Mass in der näheren Nachbarschaft:

  • Neuss – 20.7. 18:30 Hamtorplatz
  • Mönchengladbach – 27.7. 19:00 Schillerplatz

Die nächste Düsseldorfer Critical Mass findet statt am 10. August, wie immer um 19 Uhr am Fürstenplatz

Bei Report-D ist ein Bericht erschienen.

Passt auf Euch auf, fahrt vorsichtig und kommt gut an!
-JF-
-DK-

Offener Brief an die Polizei Düsseldorf zu den Einsätzen im Juli 2018 und Juni 2017

Beschwerde im Zusammenhang mit Polizeieinsätzen gegen die Critical Mass Düsseldorf am 13. Juli 2018 und im Juni 2017

Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr,
hiermit beschwere ich mich über die unzureichende Vorbereitung und Information neuer Düsseldorfer Streifenpolizisten.

Zu meiner Person – ich bin weder ein offizieller Sprecher noch eine Art Repräsentant der Düsseldorfer Critical Mass, ich berichte jedoch über die Fahrten und schreibe mit dem Anspruch, das Lebensgefühl und die Einstellung der Teilnehmer nach Außen, gegebenenfalls auch gegenüber der Polizei zu kommunizieren. Ich bin kein Verantwortlicher, so etwas gibt es mangels entsprechender Hierarchien bei der Critical Mass nicht.

Diese Mail wird zeitgleich im Blog der Düsseldorfer Critical Mass veröffentlicht.

Die Critical Mass wurde am Freitag den 13.7.2018 am Ende der Corneliusstraße von einer zufällig vorbeifahrenden Streife blockiert und die beteiligten Beamten guckten sich zwei vermeintliche Verantwortliche aus, deren Personalien sie dann aufnahmen. Der Vorfall ähnelt dem, von vor etwas mehr als einem Jahr, bei dem ebenfalls eine Streife am Worringer Platz versuchte, der Critical Mass die Weiterfahrt zu untersagen. In beiden Fällen handelte es sich zum Teil um sehr junge Beamte, immer aber um Beamte die offenbar neu in Düsseldorf waren, noch nie von der Critical Mass gehört hatten und auch den §27 StVO nicht kannten.

In beiden Fällen hatte ich den Eindruck, dass die jeweiligen Beamten, nach einer Rücksprache mit den zuständigen Fachgebietsleitern, die Freitagsabends schon im Feierabend sind, nach jeweils ca. 30 Minuten zurück gepfiffen wurden. Die Frustration stand den Beamten von vor einem Jahr sichtbar ins Gesicht geschrieben. An dieser Stelle geht dann mein Vorwurf nicht so sehr an die beteiligten Beamten, sondern an deren Vorgesetzte, welche ihre Leute offenbar nicht ausreichend vorbereitet in die Freitagnacht schicken.

Beide Stopps der Critical Mass durch die Polizei, vor einem Jahr am Worringer Platz, als auch an diesem Freitag auf der Corneliusstraße, erfolgten an denkbar ungünstigen Stellen, welches beide Male zu Behinderungen des Verkehrs führte.

Die Critical Mass fährt sonst als geschlossener Block, ohne Lücken, und mit Absicherung der kreuzenden Straßen durch die Teilnehmer – das hat nach dem gestrigen Polizeieinsatz nicht mehr funktioniert, was dann auch zu einigen gefährlichen Situationen geführt hat. Der Polizeieinsatz hat dazu geführt, dass dies die chaotischste Critical Mass war, an der ich bislang teilgenommen habe.

Die Beamten waren von mir nicht ansprechbar, haben direkt unangemessen aggressiv auf meine sachliche Ansprache reagiert, ich musste einen Beamten darauf bescheiden sich zu beruhigen und bitte nicht so aggressiv zu agieren.

Der Widerspruch zwischen dem vermeintlichen Auftrag Ihrer Kollegen vor Ort und unserer, sich aus der Kenntnis der rechlichen Grundlagen und der offiziellen Politik der Stadt Düsseldorf ergebenden Einstellung gegenüber den Beamten vor Ort, hat dann dazu geführt, dass wir über mehr als 10 Minuten lang, recht unsouverän mit Martinshorn und Blaulicht begleitet wurden, auch wenn gar keine Notwendigkeit für eine Fahrt mit Sonderrechten gegeben war und selbst in dem Polizeifahrzeug sich eine Beamtin die Ohren zuhielt.

Das Martinshorn hat die Kommunikation der Teilnehmer untereinander gestört und viele waren auch irritiert, weil wir es gewohnt sind, auf von hinten kommende Rettungs- und Einsatzfahrzeuge zu achten. Das Blaulicht ist kein Spielzeug – es gibt nicht wenige Menschen mit Epilepsie da draußen, die von dem Licht einen Anfall bekommen können.

Die Stadt Düsseldorf wirbt auf ihrer Internetseite mit der Critical Mass Düsseldorf für den Standort Düsseldorf. Bei der Critical Mass in Wuppertal fahren 300 – 500 Teilnehmer, in Köln sind es auch schon einmal 1000. Wir hier in Düsseldorf haben selten mehr
als 100 Teilnehmer – gestern waren es fast 200, darunter viele die aus dem Umland für die Critical Mass nach Düsseldorf gekommen sind und auch viele die gestern zum ersten Mal dabei waren. Es hätte ohne den Polizeieinsatz eine schöne Tour werden können, aber unsere Stadt hat sich hier von einer denkbar schlechten Seite gezeigt, so dass ich mich schäme und im Blog die Angereisten und Neuteilnehmer um Entschuldigung bitten werde.

Wenn Sie neue Beamte auf die Düsseldorfer Straßen schicken – dann erklären Sie denen bitte, dass es so etwas wie die Critical Mass gibt.

Danke.

Mit freundlichen Grüßen
„Jupp Flassbeck“

2. Neusser Critical Mass – 45 Teilnehmer radeln frischweg gegen die plötzlich hereinbrechende Hitze

45 Teilnehmer, 22km, wetterfühliges Wetter, wohlwollende Uniformierte

Am Freitag, den 15. Juni fand die 2. Neusser Critical Mass statt. Es ging am Bahnhof vorbei, über die Batteriestraße, Hammer Landstr., Hammfelddamm, Alexianerplatz, Gnadental, durch Selikum, nach Weckhoven, zu einem Platz an dem vor zwei Jahren ein tödlicher Rechtsabbiegerunfall geschah und wo eine kleine Gedächtnisstätte zum Gedenken an die dort getötete Radfahrerin ist, dann ging es durch Reuschenberg zurück bis zum Konrad-Adenauer-Ring, weiter bis zur Rheydterstr., noch einmal am Bahnhof vorbei und über die Batteriestr. um dann über Friedrichstraße, Kaiser-Friedrich-Straße und Drususallee die Tour zu beenden.

Ein Besucher der Critical Mass aus dem Ruhrgebiet betonte wie schön es doch in Neuss sei … muss ich mal drüber nachdenken …

Der plötzliche Temperaturanstieg, zusammen mit der Feuchte der Luft machte nach eigenem Bekunden einigen der Teilnehmer an diesem Tag ein bisschen Probleme, so auch mir, am Ende der Tour ging es aber allen sichtbar gut beziehungsweise besser – Rad fahren hilft!

Die Polizei fuhr ohne viel Aufhebens einfach mal hinterher und es fand nach Ende der Tour bessere Kommunikation statt als bei dem letzten Mal.

Es bedarf jetzt aber einiger Anstrengungen, dass sich der Trend nach unten bei den Teilnehmerzahlen nicht fortsetzt und damit sich bei der nächsten Neusser Critical Mass, am 20.7. um 18:30(!) wieder ein paar mehr Teilnehmer am Hamtorplatz treffen.

Also weitersagen: Critical Mass Neuss, 20.7. 18:30 Hamtorplatz

-JF-